Resdagboken
us with Adiyogi at the Ashram of Isha Yoga
us with Adiyogi at the Ashram of Isha Yoga

Von Ashram zu Ashram

Samstag 3 März 2018 Coimbatore, Tamil Nadu, Indien
  • 1724 Views
  • 0 Comments
Report

Schande! Es ist zu viel Zeit vergangen seit meinem letzten Eintrag und erst jetzt kommt der Rückblick in der Kurzfassung:
 
Uns vom Strand und dem entspannten Leben in Goa zu lösen fiel uns allen dreien schwer! Flo & ich hatten uns bereits in der Schweiz für 2 Kurse bei Isha Foundation (www.ishafoundation.org) angemeldet und wussten auch, dass es Zeit war uns unserer Yogapraxis zu widmen, die wir vernachlässig hatten.
Rückblickend ist diese Oase mein Lieblingsort in Indien und wir hatten das Privileg ganze 3 Wochen dort verbringen zu dürfen! Auch da wurden wir von den Mitarbeitern und Volontären herzlich empfangen und alle freuten sich sehr Deva wieder zu sehen (wir waren bereits zum 4. Mal dort ;). Unser Deva war nicht gleich erfreut und traurig nicht mehr in den Kindergarten gehen zu können um mit seinen Freunden zu spielen.... Zum Glück begegneten wir Baltasar; ein süsser, gleichaltriger Junge mit indischen Wurzeln, der in Berlin lebt und mit seinen Eltern für die gleiche Zeitdauer wie wir im Ashram war. Was für ein Geschenk & die beiden Jungs wurden schnell dicke Freunde. Wir Eltern waren ebenfalls froh, denn so konnten wir uns gegenseitig mit der Kinderbetreuung unterstützen.
Weihnachten haben wir in dem Sinn nicht gefeiert. Es gab zwar Weihnachtsgeschenke, aber ich war in diesen Tagen von früh morgens bis spät abends in meinem Kurs. Zurück bei meinen Liebsten war es schön zu beobachten, wie der geregelte Tagesrhythmus unserem Sohn guttat, er sich mehr und mehr an das Ashram Leben gewöhnte. Sein Interesse für all das rund herum wuchs und wie sein neuster bester Freund wollte auch Deva täglich in den Linga Bairavi & Dhyana Linga Tempel. Leider konnte er im Vergleich zu Baltasar nicht gleich lange ruhig im Tempel sitzen ;).
Das neue Jahr startete dann Flo für 4 Tage in der Meditationshalle mit rund 200 Männern & durchlebte eine intensive & reinigende Erfahrung. Ein guter, wenn auch etwas heftiger Start ins neue Jahr! Abschiednehmen fällt uns immer schwer, erst recht, wenn wir uns so wohl fühlen – Baltasar reiste einen Tag vor uns ab, so fiel es wenigstens Deva leicht zu gehen.
 
Nicht nur Abschiednehmen fällt uns je länger je schwer, sondern auch von A nach B zu reisen empfinden wir als anstrengend, erst recht in Indien. Um die ganze Reiserei noch zu verschlimmern, mussten Flo & Deva leider auch noch einen „Visa-run“ machen. Ein Wahnsinn im Nachhinein, dass die beiden für einen Tag mal schnell nach Colombo, Sri Lanka geflogen sind und wieder retour. Flo kam ganz schön gerädert zurück nach Chennai & kein Wunder, wurde er am neuen Ort in Tiruvanamalai krank.
Tiruvanamalai ist berühmt für den Ashram von Ramana Maharishi, dem heiligen Berg Arunachala und auch für den Tempel Annamalaiyar. Im Staat Tamil Nadu wurden unzählige bedeutende Tempel gebaut, darunter 5 wichtige Tempel welchem jede ein Element zugeordnet wird. Dieser Tempel in Tiru steht für das Element Feuer.
Wir wohnten ausserhalb Tiruvanamalai im Ashram „Singing Hearts“ (http://cosmicairport.com). Was für ein Kontrast zu Isha: dieses Ashram ist ganz klein, familiär und sehr bescheiden. Schön war, dass wir ein Häuschen für uns hatten & Deva ganz viel Platz rund herum hatte um unbeschwert draussen zu spielen. Aber sonst wurden wir mit dem Ort nicht richtig warm. Es stellte sich bei uns ein Gefühl der Sättigung ein, wir hatten kein grosses Interesse diesen neuen Ort zu erkunden, neue Lehrer kennenzulernen– naja, schliesslich war unser Energiehaushalt und Gesundheitszustand auch nicht im positiven Bereich.
Trotzdem rafften wir uns täglich auf um in die Stadt zu fahren und besuchten den Ashram von Ramana Maharishi. Mit Deva machte ich eine kurze Wanderung zur Höhle in welcher Ramana Maharishi mehrere Jahre gelebt und meditiert haben soll. Auf halbem Weg hatten Deva und ich eine unangenehme Begegnung mit einem frechen Affen, der dachte, dass es für ihn auch ein Picknick gäbe. Zwar blieb ich ruhig und versuchte auch Deva zu erklären, dass der Affe uns nichts wegnehmen konnte, da wir gar nichts zu essen dabei hatten und nur trinken wollten. Aber meinen lieben Sohn ergriff die Panik und er rannte fast den ganzen Weg wieder runter in den Ashram zu Papa.
Auch der Besuch in den Feuertempel Annamalaiyar am nächsten Morgen stand unter einem schlechten Stern: dort verweigerte sich unser Sohn am Eingang, da verlangt wurde, dass er seine geliebten Crocs auszieht. Obwohl das bei Isha nicht anders üblich war und Deva diese Regel „eigentlich“ gut kannte; an diesem Morgen ging das dem Dickschädel nicht in den Kopf...Ihr merkt, es war der Wurm drin & wir in der Krise. Obwohl wir uns an diesem Ort nicht richtig wohlfühlten, hielten wir es aus...Wir hatten unsere Weiterreise bereits gebucht, Flo war immer noch krank & musste viel ruhen. Erst als unser lieber schwedische Freund Tobi die letzten 2Tage zu uns stiess, hob sich langsam die Stimmung. 

Nach 10 Tagen in der Pampa freuten wir uns auf 2 Tage Luxus in Bengaluru wo wir uns nach all der Bescheidenheit ein feines Hotel leisteten. Auch weil wir wussten, dass wir danach bei Guruji im Ashram wieder auf Komfort verzichten mussten.
 
Der Januar verlangte viele Ortwechsel. In diesen Situationen bin ich immer besorgt um meinen Sohn und ob wir ihm nicht zu viel zu muten. Es kamen vermehrt die Fragen „wohin gehen wir heute?“ und natürlich die berühmte Frage „warum?“. Ja, warum reisten wir weiter nach Nagpur? Zurück zu Guruji Rajkumar Baswar, mit dem wir seit 2012 insgesamt 5 Pilgerreisen mitgemacht hatten (http://shivohamtantra.com). Für die letzte und 6. Yatra haben wir aus familiären Gründen letztes Jahr dagegen entschieden. Trotzdem gehören wir zur Familie und waren zum feierlichen Abschluss eingeladen. Es war echt schön viele, die uns die letzten 5 Jahre auf diesem Weg begleitet haben wiederzusehen, nochmals intensive und wunderbare Feuerzeremonien zu veranstalten und unseren Guruji zu feiern. Den krönenden Abschluss bildete die Hochzeit von einem Paar aus der Gruppe. Es war eine intensive und unvergessliche Woche! Deva hatte Sharab, Guruji’s Sohn und einige andere Kinder zum Spielen und fühlte sich sichtlich wohl dort.
 
Wir müssen uns immer wieder eingestehen, dass die Rituale, Praktiken, Meditation die wir machen, ihre eigene Wirkung haben und wir Zeit brauchen um dies zu integrieren und zu verarbeiten. Mit meiner Ausbildung zur TRE Providerin bin ich ebenfalls in einem intensiven Prozess. Mein lieber Flo kämpft mit seiner Bewegungseinschränkung in der Hüfte und den Schmerzen. Es ist nicht ganz einfach alles unter einen Hut zu bringen, wenn wir gleichzeitig als Familie & Paar funktionieren möchten. Deva geht wie jedes Kind durch seine Entwicklung und fordert uns in manchen Situationen.

Wir hatten die naive Vorstellung, dass es uns in Rishikesh gelingen würde, nochmals aufzutanken, wenn wir bei unserem herzerwärmenden Lehrer Prem Baba (https://www.sriprembaba.org) sitzen. Ja, es ist wunderbar in seiner Präsenz zu sein und wir sehr dankbar dafür, aber auch seine Arbeit hat seine eigene Wirkung auf uns. Wir wechselten uns wie letztes Jahr ab, besuchten täglich abwechselnd seine Satsangs (spirituelle Vorlesungen) während einer von uns mit Deva am heiligen Fluss Ganges spielte. Dieser Teil des Tages war nährend für unsere Seele. Aber Rishikesh forderte uns auch, der Ort ist im Norden von Indien, hat eine ganz andere Mentalität als der Süden. Seitdem wir die freundliche und herzlichere Seite im südlichen Staat Tamil Nadu kennen und schätzen gelernt haben, empfinden wir die raue Art hier im Norden eher schwierig. Die Konditionen dort sind sehr einfach, der Lärm und das Chaos wird hier einfach nicht weniger. Es stimmt mich traurig zu sehen, dass sich die Zustände bzgl. Abfall, sanitären Anlagen und Armut in den letzten 7 Jahren sich in keiner Weise zum positiven verändert haben, im Gegenteil! So viele Touristen, Pilgerreisende kommen hier, die Preise für Unterkünfte haben sich verdoppelt. Man kann sich zurecht fragen wohin denn all das Geld geht und diesem heiligen Ort nicht mehr Sorge getragen werden kann.
Mit dem Orts- & Klimawechsel in die kühle Bergregion kam auch der Husten & die Erkältung. Nachdem wir Deva erfolgreich nach einigen Tagen wieder fit gekriegt hatten, lag dann Esther eine Woche flach! Flo startete auf Empfehlung eines Freundes eine Physiotherapie, welche ihm gut tat aber auch viel Energie forderte & wir wieder in der Krise ;((
Krank sein auf reisen und in solchen Bedingungen sind kein Spass und wir hatten nach knapp 4 Monaten ehrlich gesagt genug von Indien. Darum fiel es uns für einmal nicht schwer zu gehen, im Gegenteil, wir alle freuten uns auf Chiang Mai, Thailand. Die Reise von Indien nach Thailand verlief gar nicht nach Plan & unsere Reise verlängerte sich um das Doppelte weil wir unseren Anschlussflug in Delhi verpassten und dann über 12h am Flughafen verbringen durften. Wie wenn Indien uns nicht gehen lassen wollte....wir fühlten uns wie nach einer durchzechten Nacht als wir dann am folgenden Tag in Chiang Mai landeten. Ich hatte 2 Tage Zeit um mich von der anstrengenden Reise zu erholen bevor das Modul 2 von meiner TRE Ausbildung https://traumaprevention.com stattfand. Danach genossen wir noch einige Tage das vielseitige Angebot dieser gemütlichen Stadt und Deva freute sich wieder mit seinen beiden Freunden Charlee & Jesu, die wir beide von letztem Jahr kennen, zu spielen und mit unzähligen Kindern den Spielplatz im Stadtpark unsicher zu machen.
 
Inzwischen sind wir an unserer letzten Destination vor unserem Rückflug angekommen – wir gönnen uns nochmals 3 Wochen Inselleben auf Koh Phangan bevor wir dann rechtzeitig zu Ostern wieder im Lande sind! Fotos von Thailand folgen....

Esther Balla
Last active at - from Ko Pha-ngan, Surat Thani, Thailand
subscribe

Get updates by email

Enter your name and email address, you will receive an email every time any of the following members update their trip.

Close

Log into Facebook

Forgot Password? Register
Close

Register