Resdagboken

Auf den Spuren von Anus Vergangenheit / erste Tage

Donnerstag 11 November 2010 Mayor Mohammad Hanif Flyover, Dhaka, Dhaka, Bangladesch
  • 953 Views
  • 0 Comments
Report

11.11.2010 – 15.11.2010:

Nach der ersten Nacht lassen wir es gemütlich angehen und nutzen die einigermassen stabile Internetverbindung. Dennoch entschliessen wir uns zu einem halbstündigen walk und das Gestarre war ziemlich nervig. Vielleicht gewöhnen wir uns noch daran.

Hier in Bangladesh sind wir keine eigentlichen Touristen bzw. ist das Sightseeing sekundär. Wir sind hier um eventuell mehr über Anus Vergangenheit herauszufinden, mindestens aber um „ihr“ Waisenhaus zu besuchen. Die damalige kanadische Organisation (FFC = families for children) ist noch immer vor Ort tätig, die Location wurde zwischenzeitlich jedoch gewechselt.

Über einen Kontakt von Anu zu einem finnischen/bangladeshi Paar, welches in Tampere lebt entsteht der Kontakt zu einer lokalen Familie hier in Dhaka. Wir verabreden uns zu einem Tee/Kaffee und bereits nach 15 Minuten stossen wir mit unseren Tassen (No Alkohol – wir sind schliesslich in einem islamischen Land) auf unsere Freundschaft an. Tuli und Obu erklären sich bereit uns bei der Suche nach Kräften zu unterstützen! Supernett! Als Anu die Adresse des Kinderheims zeigt meint Obu, dies sei ganz in der Nähe (für Dhaka-Verhältnisse) und so entschliessen wir uns kurzerhand dem Heim einen Besuch abzustatten.

Es war schon relativ spät und so trafen wir auf vorwiegend ältere Girls, die einer gute Nachtgeschichte lauschten. Mit der Ruhe war es natürlich vorbei und die Fragerei und Fotoknipserei ging los. Es war scheinbar das erste mal, das eine ehemalige Bewohnerin nach der Adoption das Heim besuchte. Der meistgehörte (englische) Satz der Girls war denn auch: „You’re so lucky!“. Ganz allgemein war die Verständigung jedoch recht schwierig und so waren bereits das erste Mal um die Übersetzungsarbeit von Tuli und Obu froh.

Wir verabschiedeten uns bald wieder und versprachen anderntags (Freitag = Sonntag = schulfrei) nochmals vorbeizuschauen.

Es war recht schwierig ein gutes Hotel mit verfügbaren Betten zu fi nden da momentan Hochsaison der Kleidereinkäufer ist, d.h. aus aller Welt kommen die Einkäufer um die Deals auszuhandeln. Da wir unter Umständen länger in Dhaka bleiben, müssen wir uns um eine preiswertere Bleibe bemühen. Obu weiss Rat und so wechseln wir anderntags nicht nur die Unterkunft sondern auch das Viertel. Ab sofort logieren wir in einer besseren Gegend (Gulshan) wo viele Botschaften etc. zu finden.
Wie versprochen besuchten wir nochmals das FFC Waisenhaus (Mehr Infos unter: http://www.familiesforchildren.ca/bangladesh.html) und diesmal brachten Obu und Tuli ihre Tochter Ruphota mit. Mit einer improvisierten Tanzaufführung, viel Gelächter und einer ausführlichen Besichtigung fast aller Stockwerke verbrachten einige Zeit mit den Kindern. Das Waisenhaus besitzt auch ein Stockwerk für geistig und körperlich behinderte Kinder. Was soll ich sagen: Es bricht einem wirklich fast das Herz die Säuglinge in ihren Gitterbettchen zu sehen. Die Gefühlsbandbreite für mich hätte in den zwei Stunden unseres Besuches wohl nicht grösser sein können. Mit einer Adresse und Telefonnummer, wo wir allenfalls weitere Infos aus der Zeit zwischen 1978 und 1981 erhalten könnten verlassen wir das Orphanage mit dem Versprechen vor unserer Abreise nochmals wiederzukommen.
Da seinerzeit keine Files oder Dossiers über die Kinder geführt wurden (ich bin mir nicht sicher ob dies heute anders ist) hoffen wir über ehemaliges Personal etwas herauszufinden. Ohne lokale Sprachkenntnisse keine Chance und ohne Tulis Hilfe hätte wir wahrscheinlich an diesem Punkt bereits aufgegeben. Anyway, der Telefonkontakt führte schlussendlich zu Patricia Kerr, welche das Sishu Polli Plus Village in Sreepur auf die Beine gestellt hat (https://www.sreepurvillage.org). Patricia hat um 1981 als Volunteer für FFC gearbeitet und kann evtl. weiterhelfen. Nach unzähligen Telefonaten kam nach zwei Tagen, eher zufällig, endlich ein Treffen in Dhaka zustande. Patricia offerierte uns sie am nächsten Tag nach Sreepur (ca. 70km nördlich von Dhaka gelegen) zu begleiten, was wir natürlich gerne annahmen.

Peter
Last active at - from Zürich, Schweiz
subscribe

Get updates by email

Enter your name and email address, you will receive an email every time any of the following members update their trip.

Close

Log into Facebook

Forgot Password? Register
Close

Register